Teresa Moore
Cosmopolitan, 1996
Öl auf Leinwand, ca. 55 x 71 cm
Teresa Moore
Bilder von Lust und Laster
Teresa Moore lässt in ihren Bildern die unbeschwerten „Roaring Twentieth“ und das „Goldene Jazz-Zeitalter“ wieder auferstehen. Ihre breitmundigen und großäugigen Protagonistinnen wissen mit ihrem nach gelangweilter Unterhaltung verlangenden Blicken sicherlich noch nichts von einem Schwarzen Freitag. Sie leben in den Tag hinein und ihr Tag ist gut.
Moores Motivwelt ist eine Welt des Varietes, der Tänzerinnen, Prostituierten und des Schauspiels. Vor allem ist diese Welt aber weiblich. Männer sind in ihren Werken nicht nur einfach Nebensache, sie kommen darin nahezu gar nicht vor. In einem Interview mit Simone Stein für die Zeitschrift „San Francisco Metropolitan“ darauf angesprochen und auf die Frage, ob sie ihre Arbeiten für „feministisch“ halte, antwortet die Künstlerin: „Natürlich, diese Frauen sind so unabhängig. Die Leute haben mich stets mit der Frage gelangweilt, weshalb dort [in den Bildern, Anmerk. d. Red.] keine Männer abgebildet sind oder nur als Vampire oder „hnliches auftauchen. Dem ist halt so, weil für mich Frauen stärker als Männer sind. Meine Frauen umgibt Unabhängigkeit und Einsamkeit. Ich liebe es, sie zu zeichnen. Männer zu zeichnen sagt mir gar nichts.“
Vom regulären Kunstbetrieb distanziert sich die Künstlerin. Sie, die keine akademische Malausbildung hat und ihr Handwerk als Zeichnerin für einen
Comicverlag gelernt hat, mache keine „intellektuelle Kunst“ und sei daher in den etablierten, „intellektuellen“ Galerien nicht ausstellbar. „Viele Künstler“, so Moore, „haben auf meine Arbeiten herabgeschaut.“ Galerien jenseits des eingefahrenen Kunstbetriebes hingegen existierten leider nicht lange genug.
Bevorzugtes Medium der Künstlerin ist Ölfarbe, die sie zumeist mit ihren Fingern ohne Zuhilfenahme eines Pinsels oder eines Spachtels auf die Leinwand aufträgt. Einen Pinsel verwendet sie abschließend lediglich, um Feinheiten wie Augenbrauen und dergleichen herauszuarbeiten.
Die Bilder der in Arizona (USA) geborenen Malerin sind bisher unter anderem in San Francisco, Los Angeles, New York, Miami Beach, Seattle sowie Rom (Italien) und Paris (Frankreich) in Ausstellungen zu sehen gewesen.


Kontakt:
gomeztmoore@earthlink.net
www.teresamoore.com